Nein!?.
!§
Wenn ich doch nur diese Stimme in meinem Kopf loswerden könnte. Diesen ewigen Zweifler. So viel hat er mir schon verbockt. Wäre er nicht da, könnte ich mein Leben genießen. „Nein, das funktioniert nicht, das wird eh nichts, lass es“, lamentiert er. Zu fast allem hat er eine Meinung.
„Was dich nicht umbringt, macht dich nur stärker“ – wie ich diese leere Floskel hasse. Der Zweifler – er tanzt auf dem schmalen Grat dieses Spruches wie ein Akrobat auf einem Drahtseil zwischen zwei Wolkenkratzern. Würde er doch nur runterfallen. Dann wäre ich frei.
Irgendwann schaffe ich es. Irgendwann finde ich seine Schwachstelle. Dann geht es ihm an den Kragen. Dann werde ich ihn los. Notfalls mit Gewalt.
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„Geh!“, sage ich. „Lass mich in Ruhe!“
„Kann ich nicht. Ich bin du“, sagt der Zweifler.
„Du bist nicht ich. Ja – alles, was ich tue, bin und fühle, hinterfrage ich. Aber das ist dein Werk, nicht meins!“
„Nein. Ich bin du. Es ist dein Werk.“
„Dieses Wort! Es ist mein Ende. Scher dich fort!“
„Ich bin dein Anfang. Wenn ich gehe, ist es dein Ende.“
.§
Ich stehe vor der schweren, offenen Tür des Tresorraums, neben mir der Zweifler. Geborstene Ketten liegen auf dem Boden. Zwei Archivkisten stehen offen vor uns. In einer ist nur ein einziges Blatt Papier. Die andere quillt fast über. Das Zittern in meinen Händen lässt langsam nach. Ich wische mir die Schweißperlen von der Stirn. Das Weiß meiner Augen versteckt sich wieder hinter meinen Lidern.
„Ich musste warten, bis du bereit bist“, sagt er.
…§
Ich töte den Teil von mir, der mir nicht gefällt.
Ich betäube den Teil von mir, der mir nicht gefällt.
Ich ignoriere den Teil von mir, der mir nicht gefällt.
Nichts davon funktioniert.
Ich reiche dem bisher ungeliebten Teil von mir meine Hand und akzeptiere ihn. Er bekommt einen Platz am Tisch. Er ist jetzt leiser. Er ist nicht mehr übermächtig.
„Danke“, sage ich.